Bibliothek

Bibliothek - alle Begrifflichkeiten rund um die Wundversorgung

Wenn man sich vorbeugend mit dem Thema Wunden beschäftigt oder von einer chronischen oder schlecht heilenden Wunde betroffen ist, kann es in Gesprächen zu diesem Thema häufig zu Fachbegriffen kommen, die einem zuvor unbekannt waren. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Fachbegriffe zum Thema "schwer heilende Wunden" in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Dadurch möchten wir dazu beitragen, dass Sie Ihre Krankheit und die geplante Therapie besser verstehen können.

Bitte beachten Sie, dass das Copyright bei der WundSTARK GmbH liegt.

Aktivkohle-Wundauflagen

Wundauflagen oder -kompressen, die eine Schicht Aktivkohle zwischen den saugfähigen Schichten enthalten. Aktivkohle bindet Duft- und Eiweißmoleküle sowie Bakterien.

Alginate

Aus Braunalgen extrahierte Substanzen, die aus Alginsäuren bestehen. Bei Kontakt mit Wundflüssigkeit bilden sie ein Gel, das viel Flüssigkeit binden und Keime sowie Schwerstoffe einschließen kann.

Aquafaser-Verbände

Verbände, die aus zwei Zweikomponentenfasern bestehen und verwendet werden, um akute Wunden in einem optimalen feuchten Milieu zu halten. Sie eignen sich besonders während der Gewebeneubildung und Schrumpfungsphase der Wundheilung.

Antimikrobielle Wundauflagen

Wundauflagen aus Baumwollkompressen, Polyurethan-Schaumstoff oder Hydrogelen, die mit einem keimtötenden Mittel (Antiseptikum) getränkt sind. Sie dienen der Reduktion von Keimen in der Wunde.

Chronische Wunde

Eine Wunde, die nach acht Wochen nicht abgeheilt ist, gilt als chronisch. Es gibt jedoch auch Wunden, die von Anfang an als chronisch betrachtet werden, da ihre Behandlung eine Therapie der zugrunde liegenden Ursache erfordert. Beispiele dafür sind Fußwunden bei Diabetes mellitus, Druckgeschwüre (Dekubitus) oder Wunden bei Durchblutungsstörungen.

Débridement

Entfernung von abgestorbenem oder infiziertem Gewebe von den Wundrändern oder Entfernung von Fremdkörpern aus der Wunde. Dadurch wird die schnelle Wundheilung gefördert.

Dekubitus

Druckgeschwür der Haut, das durch lang anhaltenden Druck auf bestimmte Körperstellen entsteht und zu Durchblutungsstörungen und Absterben von Haut und Gewebe führt.

Diabetisches Fußsyndrom

Krankhafte Veränderungen am Fuß von Menschen mit Diabetes mellitus. Sie entstehen durch den langfristig erhöhten Blutzuckerspiegel, der die Blutgefäße und Nerven schädigt. Dadurch heilen selbst kleine Wunden nur schwer ab und können sich unbemerkt zu tiefen Geschwüren entwickeln, die auch die Knochen betreffen können.

Diabetes mellitus

Eine Stoffwechselerkrankung, die durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte gekennzeichnet ist und umgangssprachlich auch als Zuckerkrankheit bezeichnet wird.

Epithelisation

Der Prozess, bei dem eine Wunde mit Epithelzellen überwachsen wird. Epithelzellen sind eine der vier Grundgewebearten des Körpers, zu denen auch das Bindegewebe gehört.

Fibrin

Ein Protein im Blut, das während der Blutgerinnung entsteht. Es bildet ein Netzwerk aus Fibrinfäden, das hilft, die Wunde zu verschließen. Eine übermäßige Bildung von Fibrin kann jedoch die Wundheilung beeinträchtigen, da zu dicke Fibrinbeläge vom Körper nicht selbst abgebaut werden können. In solchen Fällen sollte der Belag bei chronischen oder schwer heilenden Wunden mechanisch oder chirurgisch entfernt werden.

Granulation

Der sichtbare Prozess der Bildung von neuem Gewebe (Granulationsgewebe) während der Wundheilung. Das Granulationsgewebe ist gekörnt und tiefrot und bildet sich oberhalb der Wunde, um diese vor Bakterien zu schützen.

Hautschutzbarriere

Auch bekannt als Säureschutzmantel, ist die natürliche Schutzschicht der Haut vor Bakterien. Sie besteht unter anderem aus Schweiß, Fett und Talg.

Honigverbände, Wundauflagen mit medizinischem Honig

Diese Art von Wundauflagen wird mit medizinischem Honig, häufig Manuka-Honig, getränkt. Honig besitzt natürliche bakterizide Eigenschaften, die die Wundreinigung unterstützen und geruchsmindernd wirken.

Hydrogel

Transparente Kompressen oder Gele, die einen hohen Wasseranteil (zwischen 30% und 95%) enthalten. Sie werden verwendet, um Wunden feucht zu halten oder trockene Wunden mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Hydrokolloide

Hydrokolloidverbände sind quellfähige Wundauflagen, die oft aus einem Polyurethan-Film oder Schaumstoff bestehen. Bei Kontakt mit Wundsekret bilden sie ein Gel, das sich über die Wunde ausbreitet und für eine optimale Feuchthaltung sorgt.

Hypochlorige Wundspüllösungen (HOCL)

Dekontaminierende Wundspüllösungen, die durch das osmotische Gefälle das Eindringen von Wasser in die Bakterienzelle ermöglichen. Dadurch steigt der Innendruck der Bakterienzelle und sie platzt. HOCL-Wundspüllösungen sind keine Antiseptika, können jedoch die Keimbelastung in der Wunde reduzieren. Sie haben einen charakteristischen chlorigen Geruch.

Kollagenhaltige Wundauflagen

Diese Art von Wundauflagen besteht aus schwammartigem tierischem Kollagen, das vom Körper vollständig absorbiert wird. Kollagen ist ein körpereigener Stoff, der hauptsächlich für die Elastizität von Haut und Gewebe verantwortlich ist und somit auch die Wundheilung beschleunigen kann.

Mazeration

Mazeration bezeichnet die Schwellung oder Aufweichung von Gewebe durch langen Kontakt mit Flüssigkeit.

Nekrose

Nekrose bezeichnet abgestorbenes, nicht lebensfähiges Gewebe in einem lebenden Organismus, wie beispielsweise in der Haut.

PUR-Schaumstoff-Wundauflagen

Polyurethan (PUR)-Schaumstoff wird häufig zur Wundreinigung, Förderung der Heilung, als Wundfüller, zum Schutz der Wunde und zur Aufnahme von Wundflüssigkeit verwendet. Der Verbandstoff ist atmungsaktiv und hat einen durchblutungsfördernden Effekt.

Septische Wunde

Eine mit Keimen infizierte Wunde wird als septisch bezeichnet. Anzeichen für eine septische Wunde können unter anderem Schwellungen, Rötungen und Schmerzen sein.

Schaumstoffkompressen

Diese weichen Schaumstoffkompressen aus Polyurethan können das 20 bis 30-fache ihres Eigengewichts an Wundflüssigkeit aufnehmen. Sie behalten dabei ihre Größe und Form bei und geben unter Druck die aufgenommene Flüssigkeit wieder ab. Polyurethan-Schaumstoffe, die ihre Größe durch die Aufnahme von Wundflüssigkeit verändern, werden als Hydropolymere bezeichnet.

Offenporige Schaumstoffkompressen

Offenporige Wundauflagen aus Polyurethan-Schaumstoff werden aufgrund ihrer hohen Saugfähigkeit insbesondere zur Wundreinigung und zum mechanischen Debridement verwendet. Sie finden auch Anwendung als Wundfüller bei der Unterdrucktherapie (NPWT).

Schwer heilende Wunden

Der Heilungsprozess von Wunden wird von vielen Faktoren beeinflusst. Krankheiten wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen, Infektionen, Umwelteinflüsse und andere Faktoren können die Heilungsdauer von Wunden negativ beeinflussen. Wenn die Heilungsdauer im Zeitraum von 3-8 Wochen liegt, spricht man von einer schwer heilenden Wunde. Wunden, die nach 8 Wochen immer noch nicht geschlossen sind, gelten als chronische Wunden.

Silberverbände, Wundauflagen mit Silber

Bei Silberverbänden werden Silberionen in einer feuchten Wundumgebung freigesetzt, um die Ansiedlung von Mikroorganismen in der Wunde zu verhindern. Wundauflagen mit Silberbeschichtung sind in nahezu allen Arten von Wundauflagen erhältlich.

Superabsorber

Superabsorber sind Polyacrylatpartikel, die in der Lage sind, große Mengen Wundflüssigkeit aufzunehmen und einzuschließen, wodurch ein optimales Wundklima auch bei stark nässenden Wunden erhalten bleibt, ohne die Haut oder die Wundränder aufzuweichen.

Ulcus Cruris

Ulcus Cruris, umgangssprachlich auch als "Offenes Bein" bekannt, ist ein nässendes Geschwür am Unterschenkel, das über einen langen Zeitraum hinweg nicht heilt. Dieses Geschwür entsteht aufgrund einer unzureichenden Durchblutung des Gewebes, die durch verengte Arterien oder schwache Venen aufgrund einer Grunderkrankung verursacht werden kann.

Verbrennungen

Verbrennungen sind Haut- oder Gewebeverletzungen, die durch übermäßige Hitzeeinwirkung entstehen. Sie können durch Feuer, heiße Gegenstände oder Flüssigkeiten, Strom, Chemikalien oder übermäßige Sonneneinstrahlung verursacht werden. Verbrennungen werden in vier Grade eingeteilt.

Verbrennung 1. Grades ist die mildeste Form, die zu einer schmerzhaften Rötung der Haut führt.

Bei Verbrennungen 2. Grades können neben Rötungen auch Schwellungen und Blasenbildung auftreten.

Verbrennungen 3. Grades führen zur vollständigen Zerstörung der Oberhaut und Lederhaut. In dieser Stufe können auch die Schmerzrezeptoren beschädigt sein, was zu Schmerz- und Berührungsunempfindlichkeit führt.

Verbrennung 4. Grades ist die schwerste Form, bei der neben der Haut auch Muskeln, Sehnen und Knochen von der Verbrennung betroffen sind.

Wundabstrich

Ein Wundabstrich ist eine Methode der bakteriologischen Diagnostik. Dabei wird ein Abstrich von der Wunde genommen, um den Infektionsstatus zu bestimmen und geeignete Maßnahmen zur Behandlung einzuleiten.

Wundfolien

Wundfolien sind halbdurchlässige, transparente Polyurethan-Folien (Membranen), die die Wunde vor dem Eindringen von Feuchtigkeit und Keimen schützen. Gleichzeitig ermöglichen sie den Wasserdampfdurchtritt, um ein feuchtes Wundklima aufrechtzuerhalten.

Wundheilungsphasen

Die Reinigungsphase, auch exsudative oder inflammatorische Phase genannt, hat zum Ziel, vorhandene Bakterien, Zelltrümmer und Schmutzpartikel auszuspülen und das Wundbett optimal für den Aufbau neuer Zellen vorzubereiten.

Wundheilungsstörungen

Im Normalfall versucht der Körper, eine Wunde nach einer Verletzung oder Operation eigenständig so schnell wie möglich zu schließen. Wenn dieser Selbstheilungsprozess durch Infektionen, mangelnde Durchblutung, Nährstoffmangel oder andere Faktoren gestört wird, spricht man von einer Wundheilungsstörung.